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Was würdet ihr fahren?

Im kommenden Herbst habe ich Ende Oktober 5-6 Tage Zeit zum ständigen Radfahren. Jetzt schwanke ich ein wenig, was ich dann machen will. Derzeit habe ich drei Ideen im Kopf.

1. Zu Hause starten und übers Rheinland bis ins Saarland fahren. Dabei möglichst einige Menschen besuchen, manchmal für ein paar Kilometer gemeinsamer Fahrt, machmal auf einen Kaffee, manchmal für eine Übernachtung. Ende offen, vielleicht wieder nach Norden abdrehen und so weit wie möglich nach Hause fahren oder auch irgendwo da im Süden in den Zug nach Hause setzen.

2. Mit dem Zug nach Norditalien fahren. Und dann immer geradeaus und nordwärts nach Hause kurbeln. Also erst eine TransAlp und dann noch TransGermany hinten dran. Sportlich. Da würde ich wohl eher auf Hotelübernachtungen setzen.

3. Die TransCimbrica im umgekehrter Richtung fahren. Also zu Hause starten, entlang der Nordseeküste hoch nach Skagen und durchs östliche Jütland wieder in den Süden. Das dann als Bikepackingrunde mit Übernachtungen im Schlafsack in den tollen dänischen Sheltern.

Und jetzt seid ihr gefragt. Was würdet ihr machen, wozu würdet ihr mir raten? Gerne mal die Umfrage anklicken, aber gerne auch kommentieren. Danke!

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Logo by Anja Deerberg

#LEL2017 Links

Hier mal Links, die in der kommenden Woche, vom 30. Juli bis 3. August, für mich und euch von Interesse sein könnten.

LEL-Webseite
Starterliste in Google Docs
Route London-Edinburgh bei komoot
Route Edinburgh-London bei komoot
Spot-Tracking
Kontrollstellen-Tracking
Instagram. Mal schauen, wie die Netzabdeckung so ist.
Strava. Teilstrecken werde ich unterwegs hochladen.

Suche Spenden, biete Kilometer #rundSH

Mittsommer ist ja immer ein dankbarer Termin für lange Fahrten. Deshalb will ich am 24./25. Juni diese hübsche Runde endlich mal fahren. Vor einem Jahr geplant, kam mir damals aber ein Bandscheibenvorfall dazwischen. Das sieht in diesem Jahr alles schon viel besser aus.

Track der Umrundung Schleswig-Holsteins

Track der Umrundung Schleswig-Holsteins


Bei der Planung hatte ich eine Spendenaktion im Sinn, bei der ich euch um Geld für einen guten Zweck anbetteln wollte. Und das will ich weiterhin! Ich würde gerne dem Autismus Landesverband Hamburg e.V. insgesamt 1000 € zukommen lassen. Wer kann und mag, spende doch bitte etwas. Wenn ich dann noch erfahren dürfte, wie groß die Spende war (gerne privat mitteilen), dann könnte ich zählen und schauen, wieviel bis Ende Juni 2017 zusammengekommen sein wird. Je nachdem, würde ich dann den Betrag auf die 1000 € auffüllen oder noch 200 € drauflegen.
Bitte seid so gut und spendet direkt an den Verein, ich mag mich nicht um irgendwelche weiteren Konten oder Einzahlungen kümmern.
Das Spendenkonto lautet:
Autismus Landesverband Hamburg e.V.
Hamburger Sparkasse (BLZ: 200 505 50) Konto-Nr. 1221 120 361
IBAN: DE 95 200 505 50 1221 120 361 · BIC: HASPDEHHXXX

Eva regte noch an, dass die Spenden vielleicht mit einem Hinweis auf diese Aktion versehen werden, auf dass ein guter Eindruck von uns Radfahrenden bleibt. Setzt doch einfach „#rundSH“ in den Verwendungszweck. Versteht vielleicht niemand, aber wenn da mehrere Spenden mit dem Hashtag eintrudeln, wird’s wohl verstanden werden. :-)
Wann ihr spendet, ist mir egal. Jetzt, „während“ der Tour, kurz danach – egal. Ich werde nur Ende Juni durchzählen und dann das Thema für mich abschliessen.

Deal? Deal!

5 Wochen vor London – Edinburgh – London soll das auch noch eine letzte (?) lange Fahrt werden, die mich hoffentlich darin bestätigt, dass LEL ganz „einfach“ werden wird. ;-) Zudem soll das dann die erste große Fahrt für das neue Titanrad werden. Aufregend, das alles!

UPDATE 01.06.2017: Mittlerweile sind (soweit es mir mitgeteilt wurde) bereits 210 € an Spenden gezahlt oder versprochen. Danke! :-)

UPDATE 14.06.2017: Die 500 €-Marke ist geknackt! Unfassbar, vielen, vielen Dank. Ich bin gerührt, dass ihr so großzügig seid!

Mittlerweile hege ich auch große Hoffnung, dass die Tour der erste große Test fürs neue Titanrad wird, das Mathias von Mawis Bikes für mich baut. Los, Mathias, schick’s zu mir! :-)

UPDATE 23.06.2017: So, das Rad ist da, die Hoffnung hat sich gelohnt! Jetzt kann’s bald losgehen, Start wird morgen früh um 3:30 Uhr sein.
Ich weiß derzeit von euren Spenden in Höhe von mindestens 575 €. Danke, danke, danke! Geht da aber noch was? (Wenn nicht, ist’s auch nicht tragisch, ich bleibe dabei: Was zu den 1000 € fehlt, wird von mir kommen.)
Ich habe meinen Spot-Tracker derzeit verliehen, aufs Stalking werdet ihr dennoch nicht verzichten müssen. Ich werde das Garmin-Tracking aktivieren, Link folgt.

#Telemichel und Titan.

#Telemichel und Titan.

Karte der Transcimbrica Hamburg-Skagen-Hamburg

#TransCimbrica

Es ist mal wieder Zeit für Großes. Zumindest für große Pläne. Der aktuelle große Plan sieht vor, dass ich ab Samstag, 5.3. von Hamburg-Blankenese nach Skagen und auch wieder zurück fahre. Ja, das kann man wohl getrost als großen Plan betrachten, wenn man weiß, dass es dabei nicht um eine zweiwöchige Radreise handelt. Ich will das Ganze in guten 4 Tagen abfahren. Abgefahren, oder?

Karte der Transcimbrica Hamburg-Skagen-Hamburg

Die Route. Dank an rajas und gpsies.com!

Skagen ist als Langstreckenziel hier in Norddeutschland schon lange für viele Leute auf der ewigen Liste, tatsächlich gemacht haben es meines Wissens eher wenige … Dank +Paule+ und Dat Muckelchen werden sich jetzt aber einige Leute dran machen, das auch in die Tat umzusetzen.

Das sind so um die 1350 Kilometer insgesamt, mit etwas Wahnsinn im Kopf nehme ich mir vor, das in rund 96 Stunden zu fahren. Also um die 340 Kilometer. Jeden Tag. Viermal hintereinander. Eigentlich sollte ich wissen, dass ich das nicht schaffe. Für meine Tour durch Deutschland im Herbst 2015 (ob ich jemals noch darüber schreibe? Selbst Ralf hat es mittlerweile aufgegeben, mich daran zu erinnern …) hatte ich mir auch 350km/Tag vorgenommen. Bereits am 1. Tag habe ich das auf 330 km gekürzt, am letzten Tag war ich mich 230 Kilometern auch nicht unzufrieden. Tja. Vielleicht war’s auch schlichtweg zu einfach und ich wollte mich nicht langweilen. ;-) Deshalb mache ich die Skagentour noch etwas schwieriger: Ich werde nicht in vorher gebuchten Hotels schlafen, sondern draussen biwakieren. Isomatte, Schlaf- und Biwaksack sollen mich durch die kalten Nächte bringen. Es wird ja nur leichter Frost erwartet.

Logo

Das #4Days-Logo vom Herbst 2015

Ok, es IST also wahnsinnig. Aber das Schöne: Bei mir kommen Wahnsinn und etwas Vernunft zusammen (hört, hört!). Mir ist jetzt schon klar, dass das ganze Vorhaben grandios „scheitern“ kann und ich irgendwann in einem Zug in Richtung Deutschland sitze. Scheitern in Anführungsstrichen, weil ich eigentlich nicht scheitern kann. Denn egal, was passiert: Ich werde es mit Spaß angehen. Und sei es, dass ich beim Zugfahren Spaß haben werde.

Aktuell sammele ich noch meine Ausrüstung zusammen, ich denke, dass ich alles in die beiden Lowridertaschen am AWOL bekommen werde. Mit dem Rad werde ich sicherlich keine Rekorde aufstellen, aber ich sitze gut drauf und ich denke, dass es mich problemlos durch die Gegend schaukeln wird.
Es deutet sich leider an, dass ich wohl auch Regenkleidung mitnehmen sollte. Nach 14 oder gar 16 Stunden auf dem Rad kann ich dadurch vielleicht verhindern, komplett nass und verkühlt in den Schlafsack klettern zu müssen. Vielleicht. Ob ich einen Kocher mitnehme, mache ich von den Packversuchen in den kommenden Tagen abhängig. Wenn nicht, muss es eben langen, wenn ich Warmes am Tag zu mir nehmen kann.

Nun denn, das mal als schnelle Info, was da kommen wird. Wie sonst auch, werdet ihr mich unterwegs live verfolgen können. Auf Facebook, Twitter und Instagram gibt’s dann das sonstige Social-Media-Programm.

Und das große Ganze zu dieser Tour findet sich dort: Transcimbrica.

n+1

Die Wenigsten wird es überraschen, ich plane schon wieder das nächste Rad. Es wird ein in doppelter Hinsicht besonderes Rad für mich werden. Zum einen wird es der erste Rahmen, der für mich gebaut werden wird, zum anderen wird es ein Titanrahmen werden. Seit ich mich eingehender mit dieser Radsache beschäftige, habe ich mir nur noch Stahlrahmen (Ausnahme: das Brompton) von der Stange zugelegt, die ich mir das Stück für Stück an meine Bedürfnisse angepasst habe. Damit bin ich auch immer sehr gut gefahren. Aber Titan reizt mich schon lange, über kurz oder lang „muss“ eh ein Rad auf dem Material in meine Sammlung. Ein Maßrahmen täte zwar weiterhin nicht Not, aber da ich mittlerweile einen sehr netten Online-Kontakt zu Mathias Scherer habe und ich seinen Sachverstand schätze, liegt es nur nahe, seine Dienste in Anspruch zu nehmen und mir ein Traumrad bauen zu lassen.

Tja, neues Rad, schön und gut, aber warum? Bei der Anzahl an Rädern, die ich bereits besitze, fällt die Antwort zugegeben etwas schwer … Es ist eben absoluter Luxus, dem ich mich damit hingebe. Mir schwebt ein Rad für die langen Touren vor, das den Bedürfnissen besser entgegenkommt, als es dem Rennrad, das veloheld.icon oder dem Allzweckrad, das Specialized AWOL gelingt. Und um welche Bedürfnisse handelt es sich? Dem Rennrad mangelt es an einer festen Beleuchtung und Schutzblechen, das AWOL ist etwas zu schwer mit der Nabenschaltung, Gepäckträgern hinten und vorne und dem riesigen, „gemütlichen“, Rahmen.
Im Grunde schwebt mir ein modernes René Herse-Rad vor. Nicht ganz so minimalistisch wie ein Rennrad, aber auch nicht so üppig ausgestattet wie ein Reiserad.

Also, hier mal aufgelistet, was ich mir bislang so denke:

  • Titanrahmen
  • mit Kupplungen für die Zerlegbarkeit?
  • Gabel aus Titan oder Stahl mit fest integriertem Porteur.
  • Porteur mit Halter für SON Edelux-Scheinwerfer und im Innern verlaufendem Lichtkabel.
  • Ausfallenden an der Gabel für den steckerlosen SON-Nabendynamo.
  • Für die Stromversorgung unterwegs soll ein Forumslader möglichst unsichtbar in den Gabelschaft.
  • Rücklicht ebenfalls von SON, Befestigung an der Sattelklemme.
  • 2 (oder doch 3?) King Cage-Flaschenhalter.
  • Bremsen: noch unentschlossen, ob Felge oder Disc. Es werden aber ziemlich sicher Bremsen von Paul Components.
  • Schaltung: SRAM eTap. Kabellos schalten, das will ich!
  • Klassischer Steuersatz von Chris King.
  • Sattelstütze und Vorbau vermutlich aus Alu. Da auch noch Titan könnte zu viel des Guten sein. Thomson vielleicht.
  • Als Lenker der Salsa Cowchipper. Ich mag die Rennlenker mit den leicht ausgestellten Lenkerenden. Greift sich gut.
  • Laufräder: kein absoluter Leichtbau, H Plus Son Archetype-Felgen, DD-Speichen, SON-Nabendynamo, Nabe hinten gut und leise, also keine Chris King oder Hope …
  • Reifen: Relativ breit, 32er sollten schon passen. Soma Supple Vitesse wären schön.
  • Sattel: Klassischer Flite. Oder mal einen Brooks C13 probieren?
  • Schutzbleche, die die Laufräder möglichst weit umschliessen.
  • Das Ganze bitte unter 12kg.
  • Als Krönung kommt dann noch eine Spurcycle Bell an den Lenker.

Wie ihr vielleicht merkt, ist das noch im „Rohbau“. Wer kommentieren mag und gute und interessante Alternativen vorschlägt, ist herzlich willkommen! (Aber keine Garantie, dass ich das dann auch umsetze. ;-) )

Mittsommernachts-Brevet

Dank Twitter kenne ich mittlerweile einige Menschen im Münsterland und in Ostwestfalen. Jedenfalls glaube ich, dass die Gegenden da so heissen. Kann aber auch ganz anders sein. Ist aber auch total unwichtig. Wichtig ist, dass diese Ecke da um die 300 Radkilometer von Hamburg entfernt ist. Und wenn ich von 300 Kilometern rede, dann liegt der Gedanke an ein Brevet natürlich nicht fern. Also, 300 Kilometer Richtung Süd-West. Schon mal gut. Aber weil die Leute da in diesen Gegenden ebenfalls gerne Rad fahren, haben die sich zur Teilnahme an einer RTF verabredet. Zu dieser RTF: Die Freckyo-RTF der RSG Warendorf-Freckenhorst (Ein toller Ortsname für Buchstabenschinder in Blogs!). Also Warendorf-Freckenhorst liegt in Ostwestfalen. Oder im Münsterland. Keine Ahnung. Aber Münster ist nicht so weit weg, also glaube ich mal, dass Warendorf-Freckenhorst im Münsterland liegt. Aber die RTF führt vielleicht nach Ostwestfalen. Und zurück ins Münsterland, nach Warendorf-Freckenhorst.

Und wenn die Leute diese RTF fahren wollen und ich bereits die 300 Kilometer dort hingeradelt bin, dann liegt es natürlich nahe, dass ich ebenfalls die RTF fahre. (Also falls sich da nicht noch irgendeine Helmpflicht versteckt. Aber ich habe bislang keine entdeckt.) Ich bin ja schon lange keine RTF mehr gefahren, aber früher bin ich fast immer die langen Strecken gefahren. Wäre in diesem Fall auch mein Plan. 150 Kilometer. Mit regelmässiger Verpflegung. Hui. Kenne ich ja gar nicht mehr. Dann wären wir mittlerweile also bei 300 + 150 Kilometer. 450 Kilometer. An einem Wochenende. Klingt gut. Aber 600 Kilometer klingt besser, nicht wahr? Also könnte ich nach der RTF doch einfach nach Bremen fahren. Mit dem Rad. Und von da aus dann mit der Bahn zurück nach Hamburg. (Ich sollte einen Zug nehmen, der in Hamburg endet. Sonst ist die Gefahr groß, dass ich einschlafe und erst in Kopenhagen aufwache. Mhm. Ich sollte einen Zug nehmen, der bis Kopenhagen fährt!)

Und was hat das jetzt mit Mittsommernacht zu tun? Um den Aufwand möglichst gering zu halten, will ich am Samstag Abend starten, die Nacht durchfahren und zum Start der RTF in Freckenhorst sein. Und der 21.06.2014 ist eben Mittsommer. Die kürzeste Nacht des Jahres. Praktisch, dann muss ich auch nicht so lange mit Licht fahren. Spart Strom.

Ich bin gespannt, ob das so klappen wird. 400 Kilometer bin ich schon mal am Stück gefahren, das waren 16 Stunden Fahrzeit. Für die 600 Kilometer sollte ich dann wohl so 24-25 Stunden + Pausen rechnen. Das wäre ein langer, langer Tag. Aber irgendwann muss ich so was ja mal machen. Die Idee gefällt mir, meine Frau spielt mit – also los!

Jan war so nett und hat mich mal mit diesem Button beschenkt. Passt hier ja ganz gut, denke ich. :-)
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Berlin-Hamburg 2013

Vorgeschichte

Mehr als drei Wochen liegt diese Tour nun hinter mir – mehr als genug Zeit um diverse Details zu vergessen. Auch wenn Dagmar behauptet, ich würde nichts vergessen.


Und Martin gibt den Hinweis, dass ich die Bilder ja als Erinnerungsstütze heranziehen kann.


So werde ich’s machen …

Die Vorgeschichte dürfte ja mittlerweile bekannt sein, deshalb hier nur kurz: Nach diversen Malen, die ich von Hamburg nach Berlin gefahren bin, wollte ich diesmal in der Gegenrichtung fahren um die eher unschöne Einfahrt nach Berlin nach vielen Stunden im Dunkeln zu vermeiden. Hat geklappt!

Abfahrt von zu Hause morgens um 5:30 Uhr.

Abfahrt von zu Hause morgens um 5:30 Uhr.

Die Tour

Da ich die Tour wie so oft im Vorfeld angekündigt habe und einige Leute Interesse an der Mitfahrt angekündigt haben, wurde es dann auch eine neue Erfahrung für mich. Denn Michael saß morgens um 6:30 gemeinsam mit mir im EC nach Berlin.

Michael ist im Zug guter Dinge.

Michael ist im Zug guter Dinge.


Vom bewährten Ablauf „Eine Strecke mit dem Rad, eine Strecke mit der Bahn“ wollte ich nicht abweichen, eine Übernachtung tut bei dieser Strecke nicht not. Aber insgesamt verschob sich der Zeitplan damit um ca. 2 Stunden nach hinten, statt gegen 6:30 Uhr in Hamburg loszuradeln, ging’s diesmal erst gegen 8:30 Uhr in Berlin-Spandau aufs Rad. Dort trafen Michael und ich auf den Spandauer Thomas, der uns einige Kilometer begleiten wollte. Großartige Sache, ich habe mich sehr darüber gefreut!
Berlin machte anfangs auf bekannt sympathische Art auf sich aufmerksam, zwei- oder dreimal wurden wir freundlich angehupt … Aber bald liessen wir die bewohnten Gebiete hinter uns, was Thomas Angst macht (er hat es anders formuliert), so dass er (leider) wieder in Richtung Heimat abdrehte. Schnell noch ca. 400 Bilder geknipst und weiter ging es für Michael und mich.

Harald, Thomas und Michael.

Harald, Thomas und Michael.


Danke für die Begleitung, Thomas!

Danke für die Begleitung, Thomas!

Es war kühl (ich schätze so 5-6°C) und nebelig und viel sollte sich daran über sehr lange Zeit nicht ändern. Anders als es die Vorhersage vorsah, bekamen wir den ganzen Tag keine Sonne zu sehen. Aber es gab viele Tiere zu sehen. Kraniche, Reiher, Nachtfalter, Krähen, Gänse, Rehe – ganz wunderbar. Michael konnte ich manchmal auf solche Sichtungen hinweisen, er war (als Triathlet) aber mehr auf die Straße und das Fahren fokussiert. Bei mir fährt dann doch immer auch ein „touristisches Auge“ mit.
In Friesack gab es nach 55 Kilometern die erste kleine Pause, bei Michael mit einem Sockenwechsel verbunden.
Für mich war unterhaltsam, dass ich Michael mit meinen Erfahrungen der vorherigen Touren ‚belästigen‘ konnte. „Da habe ich letztes Jahr im Oktober wieder meine Ärmlinge angezogen! So warm war das!“ „Alter Brevet-Trick: Trinkwasser vom Friedhof. Hab ich hier in Quitzöbel gemacht!“

Überschuhe anziehen!

Überschuhe anziehen!


Mit ein wenig Gequatsche über Lilienthal und die „Allee der Depressionen“ schafften wir es nach Havelberg, wo wir an einer Bushaltestelle ein weiteres kurzes Päuschen einlegten. Um 50 Meter weiter noch ein viel kürzeres Fotopäuschen zu machen, weil der Blick auf die Altstadt doch zu schön war.

Pause Teil I.

Pause Teil I.


Pause Teil II. Havelberg.

Pause Teil II. Havelberg.


Das nächste Etappenziel war Wittenberge. Mir war mittlerweile klar, dass wir dort eine etwas längere Kaffeepause machen sollten, denn es wurde deutlich merkbar, dass Michael zwar bereits zweimal einen Ironman geschafft hatte, aber in den Wochen vor unserer Tour kaum auf dem Rad gesessen hatte. Ich ahnte, dass er heute noch ein wenig leiden würde …
In Wittenberge ging’s dann einmal kurz entgegengesetzt durch eine Einbahnstraße – einfach nur einen Track umzukehren, kann auch seine Tücken mit sich bringen.

Halbzeit

In Wittenberge ging’s dann zu McDonalds am westlichen Ortsausgang. Kaffee, Kuchen, Pommes, Wärme, WLAN.

Verpflegung.

Verpflegung.


Der #zombieraccoon war auch dabei. :-) http://www.bikecommutercabal.com/

Der #zombieraccoon war auch dabei. :-) http://www.bikecommutercabal.com/


So kann man 40 Minuten rumbringen. :-) Ich bin mir nicht sicher, ob uns die Leute am Nebentisch wirklich geglaubt haben, dass wir heute #BHH fahren werden oder ob sie uns nur für aufreisserische Angeber gehalten haben …
Inklusive der Pausen waren mittlerweile bereits 6,5 Stunden vergangen und wir hatten ziemlich genau die Hälfte der Strecke geschafft.

Aufsatteln für die 2. Hälfte der Tour.

Aufsatteln für die 2. Hälfte der Tour.

Langsamer als ich es mir vorgestellt hatte. Aber das war auch nicht schlimm, denn es war im Grunde vollkommen egal, wann wir in Hamburg ankommen. Hauptsache heil. Ich hatte zwar im Hinterkopf, dass es noch das Critical-Mass-Offlinetreffen im Café Knallhart an der Uni gibt, aber da hatte ich vorsorglich nicht fest zugesagt, sondern wollte eher als cooler „Überraschungsgast aus Berlin“ auftauchen. Beim nächsten Mal dann. ;-)
Michael hatte darum gebeten, dass wir jede Stunde eine kurze Gel-Pause einlegen mögen.

Gelpause in der Pampa.

Gelpause in der Pampa.


Dazwischen zogen wir als Zweiergespann durch die Gegend, Michael meist in meinem Windschatten. Unausgesprochen war mittlerweile das Kräfteverhältnis bei uns bei klar. Nachdem ich nach dem 400km-Brevet ein wenig mit meiner unsteten Fahrweise gehadert habe, zeigte mir die Situation jetzt, dass es auch ganz anders sein kann. Die einstündigen „Etappen“ und die „Verantwortung“ für meinen Hintermann liessen mich entspannt und rhythmisch fahren. Sehr schön!
Bei Dömitz hatte uns dann die Dämmerung erreicht, aber wir hatten beide ordentliche Beleuchtung dabei, so dass wir problemlos vorankamen. Zwischen Dömitz und Hitzacker war der Track aber relativ verwinkelt, so dass die Geschwindigkeit recht niedrig war, auch mit hellen Leuchten sind 90°-Kurven im Stockdunkeln eine kleine Herausforderung. Immer wieder ein Kontrollblick auf das Navi mit dem Track half aber recht gut einzuschätzen, wann der nächste Haken zu schlagen war.
Ab Hitzacker ging es dann entlang der Elbuferstraße. Nahezu ohne anderen Verkehr stellten sich dort nur der Kniepenberg

Bergwertung geschafft!

Bergwertung geschafft!


und die „einzige Serpentine nördlich des Harzes“ in den Weg. Die Umfahrung entlang der Elbe haben wir wegen der Dunkelheit lieber gemieden, Begrenzungspfähle und Straßenmarkierungen helfen schon ungemein gut, den Weg zu finden. Nahezu Neumond, dichte Bewölkung und Wald – da ist’s wirklich stockduster ausserhalb des Lichtkegels.
Bei der Bergwertung wurde der Leistungsunterschied zwischen Michael und mir noch mal deutlich. Ich selber bin nun wahrlich kein Bergfloh, aber ich war meist ein gutes Stück vor Michael, der sich aber zäh die Anstiege hochkämpfte.
Damit waren dann aber auch die geographischen Hürden dieser Tour abgehakt und es galt „nur noch“, die letzten 60 Kilometer hinter sich zu bringen. Dabei habe ich leider immer wieder Michael aus meinem Windschatten verloren, da gibt es noch Übungsbedarf bei mir, die Geschwindigkeit angepasst zu halten. Ich habe blöderweise mehrfach immer wieder unbewusst Gas gegeben, sobald ich den Lichtkegel von Michaels Lampe wahrgenommen habe. Und schon war wieder ein Loch aufgerissen. Nun ja, jahrelange Solofahrten machen für solche Dinge vielleicht etwas unsensibel …
das Gluckern der Elbe, das man von der Brücke in Geesthacht vernehmen konnte, sorgte noch für Freude, ganz besonders bei Michael, der sich auch vorher schon immer wie Bolle gefreut hatte, wenn er das Wasser zu Gesicht bekam.
Den kurzen Abstecher zum Altengammer Fährhaus habe ich dann noch Michael abgenötigt, denn das gehört für mich zu dieser Strecke unvermeidlich dazu. Auch wenn es da vollkommen unbeleuchtet im Dunkeln rumsteht!

Der 1. #BHH-Finisher feiert seinen Erfolg am Altengammer Fährhaus. Glückwunsch, Michael!

Der 1. #BHH-Finisher feiert seinen Erfolg am Altengammer Fährhaus. Glückwunsch, Michael!

Unterwegs hatte Michael noch den Ehrgeiz, an diesem Tag 300 Kilometer zu fahren, aber dafür hätte es noch weitere 30 Kilometer bis zu ihm nach Hause in Winterhude gebraucht. Wir waren uns aber recht schnell einig, dass die 10 Kilometer bis zum Bahnhof Bergedorf genug wären. ;-) So waren es am Ende 280 Kilometer. Für Michael ein neuer persönlicher Rekord und für mich wieder eine schöne Langstrecke.

Das gute veloheld.icon hat  sich wieder bewährt!

Das gute veloheld.icon hat sich wieder bewährt!


Das Zeitfahren Hamburg-Berlin ist sicherlich nicht tot, aber ich werde sicherlich nur noch in der Gegenrichtung fahren. Meine Hoffnung auf eine angenehmer zu fahrende Tour hat sich voll erfüllt!

Fakten

Bei solch einer Herbsttour ist sicherlich die Frage der Kleidung interessant. Uns wurde ein Tag ohne Niederschläge vorhergesagt, so dass ich keine Regenjacke dabei hatte. Aber von oben nach unten:

  1. Cap
  2. Buff
  3. dünnes Langarmshirt
  4. dickes Langarmshirt
  5. Langarmtrikot
  6. Windjacke
  7. Langfingerhandschuhe
  8. 3/4 Winterhose
  9. lange Merinosocken
  10. normale Rennradschuhe
  11. Neoprenüberschuhe
  12. nach der Hälfte habe ich mir einen Einmal-Zehenwärmer in die Schuhe getan

Wie seit langem hatte ich alles weitere in den Trikottaschen, 3 Brötchen mit Käse und Wurst, 3 Energiebomben, Akkupack, Werkzeug. Bewährt. Und dann noch 2 600ml-Isolier-Flaschen mit Pfefferminztee, die am Ende nicht komplett geleert waren.
Bei der langen Pause gab es 2 Stücke Kuchen, eine große Tasse Kaffee und eine große Cola für mich. Das letzte Brötchen gab es in der S-Bahn nach Hause und von den Energiebomben habe ich auch nur 1/4 verbraucht.

Fazit

Eine schöne Tour, die ich vielleicht mal wieder fahre, wenn ich keine Lust auf große Planungen habe. Der Track passt, die Herausforderung ist halbwegs gering und irgendwie bleibt es doch immer etwas Besonderes, einfach an einem Tag zwischen Hamburg und Berlin zu pendeln.
Es war jetzt keine schlechte Erfahrung, mal eine Langstrecke zu Zweit anzugehen. Aber ich werde jetzt nicht damit beginnen, mir immer Partner zu suchen, am Ende fahre ich doch am Liebsten mit mir selbst.

Strava

400km Brevet – Die Durchführung

Geschafft. 400 Kilometer. Schleswig-Holstein. Dänemark. Ostwind.

Ich will dann mal so halbwegs chronologisch berichten, wie ich diese tolle, tolle Tour erlebt habe.
Den Zeitplan konnte ich ziemlich gut einhalten, sowie ich es in der Planung beschrieben hatte.
Dienstag früh um 0:00 Uhr am 01.10.2013 war also der Start. Aber halt, der vorangegangene Montag ist auch noch erwähnenswert. Eigentlich ging ich davon aus, dass ich am späten Nachmittag/frühen Abend noch einige Stunden ein Nickerchen machen würde. Pustekuchen, ein knappes Stündchen, mehr gestattete die Aufregung nicht …
Am Vormittag hatte ich noch die Familie zum Flughafen gebracht, für sie stand 5 Tage Mallorca auf dem Plan (die wohl auch ganz toll waren!). Am frühen Nachmittag dann noch eine kurze Testrunde um zu schauen, ob mit dem Rad alles ok ist. Es war alles perfekt, ich liebe das Rad, es passt mittlerweile nahezu perfekt zu mir!

veloheld.icon

Testfahrt mit dem veloheld.icon

Eine Stunde vor der Abfahrt habe ich mich dann umgezogen. Was hatte ich denn nun alles für die angesagten 4-15°C an? Von unten nach oben: Socken, Rennradschuhe, Neoprenüberschuhe, Knielinge, kurze Rennhose, Ärmlinge, dünnes Langarmshirt, Kurzarmtrikot, Windjacke, Reflexgurt, Buff, Cap.

Klamotten obenrum

Klamotten obenrum

In den Trikottaschen waren diese Dinge verstaut: Akkupack, 2 Kabel für GPS und Handy, Luftpumpe, Werkstatt-Sack mit Multitool, Ersatzschlauch, CO2-Kartusche, Flickzeug, Geld, EC-Karte, HVV-Fahrkarte, Haustürschlüssel, 2 Energie-„Bomben“ und eine Tüte mit Pumpernickel-Talern.

Socken und Trikot

Socken und Trikot mit Füllung

In der Tasche der Windjacke steckte das Handy. Am Rad waren 2 Trinkflaschen, gefüllt mit Pfefferminztee, 2 Rücklichter (eins als Backup), am Lenker zwei Scheinwerfer und das GPS, unterm Vorbau der Akku für die Scheinwerfer.
Das war’s an Ausrüstung. Das war nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Wobei ich glücklicherweise das Flick- und Werkzeug gar nicht brauchte. Ach, doch: Nach ca. 17km habe ich tatsächlich noch den Steuersatz etwas fester eingestellt. Fragt mich nicht, ob ich das bei der Testfahrt übersehen habe oder ob er sich tatsächlich auf der Kopfsteinpflasterstrecke kurz vorher gelockert hat?!

Vor den ungefähr sieben Stunden in der Dunkelheit hatte ich ja zugegebenermassen ein wenig Schiss. Den ein oder anderen Nightride habe ich schon gemacht, aber nie so lang …
Und ich wusste, dass ich durch einige ziemlich dunkle Ecken kommen würde. Nun, am Ende war’s doch nicht so wild, meine Scheinwerfer waren ziemlich gut, ich habe immer genügend gesehen. Leider nicht genug um die vermutlich schöne Gegend zwischen Itzehoe und dem Nord-Ostsee-Kanal bei Grünental wahrnehmen zu können. Aber zumindest die Streckenführung und den Straßenbelag habe ich von dort als bestens in Erinnerung!

Querung der Stör bei Itzehoe

Querung der Stör bei Itzehoe

Wacken. Ein paar Wochen vorher war's hier wohl lauter.

Wacken. Ein paar Wochen vorher war’s hier wohl lauter.

Nach 4,5 Stunden und knapp 110 Kilometern wurde mir dann etwas kalt (vor allem in den Niederungen, wo ab und an Nebel aufzog) und ich verzog mich für eine kurze Pause in ein „EC-Hotel“ – der schön gewärmte Vorraum einer Bank mit dem EC-Automaten in Tellingstedt. Diese werden auf längeren Brevets wohl auch gerne mal für kürzere Schlafpausen genutzt, daher der Spitzname. Keine 10 Minuten später war ich aber schon wieder unterwegs, die Wärme hat mich eingelullt – und einschlafen wollte ich dann nicht!

Im EC-Hotel

Im EC-Hotel

Kurz vor Friedrichstadt dann über die Eider, es war mittlerweile 5:30 Uhr und ganz langsam erahnte ich am Horizont die aufgehende Sonne, die ich so langsam ziemlich herbeisehnte. Licht und etwas Wärme brauchte ich endlich!

Querung der Eider bei Friedrichstadt

Querung der Eider bei Friedrichstadt

Eine Stunde später war ich in Husum und freute mich, dass das Tine-Café direkt am Hafen bereits geöffnet war. So kam ich zu zwei Croissants, einem großen Kaffee und einer guten halben Stunde Pause im Warmen.

Frühstück in Husum

Frühstück in Husum


 
In Husum, nach 6,5 Stunden und 150 km.

In Husum, nach 6,5 Stunden und 150 km


Weiter ging die Fahrt gen Norden, mittlerweile hatte auch endlich die Dämmerung eingesetzt. Was mit wohl gleich verwirrte, bzw. meinem Blick vom GPS ablenkte, so dass ich kurz hinterm Abweig nach Nordstrand nach Hattstedt abbog, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte. Nach 2 Kilometern bemerkte ich meinen Irrtum und drehte um.
Einige Kilometer ging es jetzt immer hinterm Nordseedeich entlang, was war das schön da!
Am Deich

Am Deich


Es wird hell über der Nordsee!

Es wird hell über der Nordsee!


Es gibt ja viele Leute, die da oben verzweifeln würden. Unendlich lange Strecken, immer vorbei an Äckern und Weiden. Ich finde es großartig! Und noch machte mir der vorherrschende Ostwind nicht wirklich etwas aus … Das sollte sich noch ändern.
Aber vorerst erfreute ich mich an der Sonne.
Schattenspielchen. Immer gerne genommen

Schattenspielchen. Immer gerne genommen


Da ist sie!

Da ist sie!


Nach knapp 10 Stunden und 214 Kilometern war ich an meinem Zwischenziel angelangt, der deutsch-dänischen Grenze. Ziemlich unspektakulär, aber ich war doch ein wenig enttäuscht, dort keinen Danebrog im Wind flattern zu sehen. :-(
Grenze

Grenze


Altona und Dänemark. Passt.

Altona und Dänemark. Passt.


Ich für dann noch einen kleinen Haken durch Dänemark und kam durch Højer, einem Städtchen, dass ein wenig stolz auf seine Pølser ist. Ist habe aber dort nichts gegessen, ich weiß auch nicht, warum. Ein Hot-Dog in Dänemark hätte doch schon drin sein dürfen. Naja, beim nächsten Mal dann!
Windmühle in Højer

Windmühle in Højer


An der etwas größeren Grenzstraße gab es dann auch wieder die bekannte skandinavische Beflaggung. Schön!
Hach, Skandinavien

Hach, Skandinavien


Jetzt ging es für mich hauptsächlich in süd-östlicher Richtung weiter und das bedeutete: ordentlich (Seiten-)Wind die Geschwindigkeit ging zurück, aber das lang natürlich nicht alleine am Wind, Müdigkeit und Erschöpfung trugen auch genug dazu bei.
Auf langen geraden Straßen
Endlos

Endlos


ging es weiter nach Leck, wo ich nach gut 12 Stunden und 250 Kilometern ein weitere Bäckerpause einlegte.
2. Frühstück in Leck

2. Frühstück in Leck


Mittlerweile etwas gezeichnet

Mittlerweile etwas gezeichnet


Da meine Vorräte in den Trikottaschen mittlerweile auch aufgebraucht waren, habe ich mich noch im Supermarkt mit Süßkram und Wasser versorgt.
Lange konnte und wollte ich aber nicht pausieren, auch weil ich noch erwartet wurde.
Mal wieder eine Windmühle

Mal wieder eine Windmühle


Idyllisch

Idyllisch


Jens hatte von meiner Tour erfahren und war gerade in der Gegend. So hatte er sich angeboten, mich ein Stück zu begleiten. Verabredet waren wir in Kropp, doch ich war zu langsam, dass er mir noch etwas weiter entgegen kam.
50 kurzweilige Kilometer waren wir dann gemeinsam unterwegs. Für Jens war es wohl etwas langweilig, was das Fahren anging. Normalerweise ist er etwas schneller unterwegs. Wer die Möglichkeit hat, mal mit ihm zu fahren – macht das! Er fährt wunderbar umsichtig und rücksichtsvoll. Für mich war es spannend zu sehen, wie viel gleichmässiger ich plötzlich fuhr. Wenn ich alleine bin, ist das alles viel unrhythmischer und nicht nur, weil ich dauernd für irgendwelche Photos anhalte.
Lustig übrigens, dass ist auch schon bei meiner letztjährigen Tour nach Berlin ähnliche Unterstützung erfahren habe – damals hatte hatte mich Georg begleitet.

Nett, wie die Jungs mich „alten Herren“ unterstützen. Danke nochmals!

Die Fähre Breiholz brachte uns dann über den Nord-Ostsee-Kanal, da konnte ich dann sogar noch ein Photo machen. :-)

Warten auf die Fähre

Warten auf die Fähre gemeinsam mit Jens


Lange dauert die Fahrt über den NOK ja nicht

Lange dauert die Fahrt über den NOK ja nicht


In Hohenwestedt drehte Jens dann ab und ich hatte mittlerweile 365 Kilometer geschafft. Nur noch 35 Kilometer bis zur magischen Grenze! Da es mittlerweile aber auch schon kurz nach 17:30 Uhr war, wurde mir bewusst, dass ich es so nicht mehr im Hellen auf dem Rad bis nach Hause schaffe. Das wäre noch rund 50 Kilometer geworden, bei meiner Geschwindigkeit mindestens 2 Stunden Fahrzeit. Da ich nicht mehr richtig Lust auf weitere Fahrerei im Dunkeln hatte, plante ich um und steuerte Bad Bramstedt an, wo ich in die AKN steigen konnte.
Die Schleswig-Holstein-Flagge. So ein schönes Land!

Die Schleswig-Holstein-Flagge. So ein schönes Land!

Hätte ich gewusst, wie wellig die paar Kilometer das Bad Bramstedt werden, hätte ich mich vielleicht doch noch für die Dunkelheit entschieden … Die 200 Höhenmeter waren zwar nicht unbezwingbar, aber flacher hätte mir auch gut in den Kram gepasst.

Abgeerntetes Feld in der Dämmerung

Abgeerntetes Feld in der Dämmerung


Bald geschafft. veloheld.icon

Bald geschafft. veloheld.icon

Egal, geschafft habe ich es, nach gut 19 Stunden stand ich in Bad Bramstedt am Bahnhof! Mein Garmin zeigte 400,8 Kilometer. YEAH!

Endstand

Endstand


16 Stunden reine Fahrzeit und dazu noch gute 3 Stunden für Pausen und Photostopps. Da ist noch Potential drin! Andererseits bin ich damit auch sehr gut in meinem selbstgesteckten Zeitrahmen geblieben. Ich hatte mir für 400 Kilometer 20 Stunden vorgenommen. Die Selbsteinschätzung hat gut gepasst! Und bezüglich der offiziellen Zeitlimits bei Brevets bin ich doch auch deutlich auf der sicheren Seite. Da hätte ich bis zu 27 Stunden für die 400 Kilometer benötigen können.

Es war eine nahezu perfekte Tour, was Planung, Wetter und Ablauf anging. Wirklich falsch habe ich nichts gemacht, meine Ausrüstung war passend. Ich war am Ende auch nicht „am Ende“, bin also mit meinen Kräften sinnvoll umgegangen. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass weitere lange Touren folgen werden. Mal schauen, wie ich darüber befinden werde, wenn ich mal stundenlang durch Regen gefahren sein werde …
Strom hatte ich genügend dabei, GPS und Handy waren immer betriebsbereit. Die beiden Frontscheinwerfer habe ich nie gemeinsam genutzt, einer alleine war immer mehr als ausreichend hell. Beide zusammen hätten vielleicht zuviel Strom verbraucht, so dass ich irgendwann nur noch mit der geringeren Leuchtkraft unterwegs gewesen wäre. Das wollte ich doch gerne vermeiden. Bei der nächsten Tour ist dann vielleicht ein zweiter Akku für die Scheinwerfer dabei, dann ist das auch kein Problem mehr.

Woran ich arbeiten „muss“?

Es wäre bestimmt sinnvoll, konstanter zu fahren. Eigentlich müsste ich so was mit dem Fixie fahren. (Nein, so verrückt bin ich dann doch noch nicht!) Ich lasse zu gerne einfach mal die Beine hängen, wenn’s rollt anstatt da einfach weiter Druck zu machen.
Und ich muss an Anstiegen besser werden. Eine lange Tour in hügeligem Gebiet würde mich ziemlich schnell viel näher an meine Grenze bringen, da bin ich mir sicher.

Jetzt habe ich aber erst mal meine Grenze wieder etwas weiter verschoben und ich weiß, dass ich damit in den nächsten Jahren gerne fortfahren möchte!

Hier noch die ganze Tour bei Strava:

Nur echt mit der Salzkante

Nur echt mit der Salzkante

Hamburg-Berlin 2012

Am 13.10.2012 fand mal wieder das Zeitfahren Hamburg-Berlin statt, wie immer organisiert vom Audaxclub Schleswig Holstein.
2005 und 2006 bin ich da auch mitgefahren, 2005 habe ich es mit dem Rad bis Berlin geschafft, 2006 bin ich in Wittenberge in den Zug gestiegen. Obwohl die Strecke sehr sehr flach ist, war ich für 280 km mit dem Singlespeeder damals nicht stark genug.
2012 bin ich morgens (mit dem Auto) raus nach Altengamme zum Start gefahren – ich wollte der Berliner Twitterbekanntschaft Georg mal Guten Morgen sagen. Gerade mal gute 10 Minuten vor seinem Start war ich dann auch endlich vor Ort und wir haben uns dann auch schnell gefunden. Meine neue Cap von Matzmate war da wohl hilfreich.

Georg und ich.

Kurz vor 7 Uhr ging Georg dann mit seinen Leuten, den Berlin-Pankow-Racers, auf die Strecke:

Startaufstellung der Berlin-Pankow-Racers

An diesem Morgen haben sich über 250 Leute auf den Weg nach Berlin gemacht. Ich weiss keine genauen Zahlen, aber zu „meiner“ Zeit war vielleicht die Hälfte davon auf der Strecke.
Oh, zu hoch geschätzt. 2005 waren 85 Leute unterwegs! Hier das PDF mit den Ergebnissen.
Langstreckenradsport hat schon enormen Zulauf.

Gewusel am Start.

Aber auf irgendwas wollte ich doch hinaus – ja! Das Ganze hat mich jetzt wieder so angefixt, dass ich mich kurzerhand entschlossen habe, am nächsten Samstag, 20.10.2012, einfach mein eigenes Hamburg-Berlin zu fahren. Die Wettervorsage ist für den Herbst ausgesprochen gut, ich habe Zeit und bin fit. Also los!
Die Strecke werde ich mir in den nächsten Tagen noch erarbeiten. Noch bin ich mir unsicher, ob ich mir die Fahrt durch Hamburg erspare und mit der S-Bahn bis Rothenburgsort fahre. Von da aus bin ich dann ja schnell in den Vier- und Marschlanden, so dass ich am Altengammer Fährhaus vorbeikomme.
An die Regeln des offiziellen Hamburg-Berlin würde ich mich halten. Die sind auch einfach. Die Elbe wird in Geesthacht von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen überquert und in Dömitz geht’s von Niedersachsen nach Meckenburg-Vorpommern. Die Brücken dürfen auch nur einmal überquert werden. Das wars.
Ob ich in Berlin dann noch zum richtigen Ziel, einem Wassersportheim in Gatow an der Havel, fahre oder direkt zum Bahnhof in Spandau werde ich dann entscheiden. Das kommt natürlich auch auf die Zeit und meinen Zustand an.
Mein Zug fährt jedenfalls gegen 19:30 Uhr zurück nach Hamburg. Den möchte ich dann schon gerne erreichen …