Bianchi Caurus 906

Manchmal kommt ein neues Rad schneller als man denkt …
Schon seit einiger Zeit trage ich die Idee mit mir rum, ein „klassisches“ Rennrad in meinen Fuhrpark zu stellen. Da das aber nur so eine Liebhaber-Geschichte ist, habe ich das Ganze nie mit großem Eifer verfolgt. Ich konnte und wollte einfach abwarten, bis das richtige Rad „zu mir kommt“. Und das ist letzte Woche passiert!

Auf Facebook flogen ein paar Bilder eines Bianchis rum, richtig schön in Celeste, mit Rahmenschalthebeln und schöner silberner Ausstattung. Da der aufgerufene Preis mit 250 € für mich gut aussah, habe ich gleich zugeschlagen.
Da das Rad in Hamburg war, bin ich gleich am nächsten Morgen zu Michael gefahren und habe mein neues Rad abgeholt. Da Michael wie ich auch eine etwas größere Vorliebe fürs Rad fahren hat und ebenso über einen Keller mit Werkstatt verfügt, war das Rad in gutem und fahrbereiten Zustand. Sehr schön!

Bianchi Caurus 906 wie ich es erworben habe
Bianchi Caurus 906 wie ich es erworben habe

Dennoch gibt es einige Dinge, die ich in der kommenden Zeit noch ändern werde:

  • Neuer Vorbau. Aktuell ist ein etwas lädierter Vorbau in gunmetal verbaut. Die Farbe passt zwar gut zu den Shimano Exage-Bremsen, jedoch nicht zur silbernen Sattelstütze. Deshalb habe ich einen silbernen Vorbau bestellt.
  • Neuer Lenker. Der schwarze Lenker passt ebenfalls wegen der Optik nicht. Wenig überraschend, werde ich einen silbernen Lenker verbauen.
  • Neue Pedale. Michael hatte einfache Plastikpedale drangeschraubt, mit denen ich natürlich nicht herumfahren will. Deshalb habe ich silberne Pedale mit Pedalhaken bestellt.
  • Neues Vorderrad. Die vordere Felge ist schwarz, die hintere silber. Man ahnt, was mich stört, oder?! ALso werde ich endlich wieder ein Vorderrad zum Einsatz bringen, das schon lange sein Dasein im Keller fristet. Von mir selber aufgebaut, mit silbernem klassischen SON als Nabe, DD-Speichen und einer einfachen Rigida-Chrina-Felge. So habe ich zwar noch keinen einheitlichen Laufradsatz, aber zumindest eine halbwegs passende Optik.
  • Weisses Lenkerband. Denn sonst stechen die weissen Hoods der Bremshebel zu sehr heraus, das darf doch nicht sein! ;-)

Das sollte es dann aber auch gewesen sein an Änderungen. Und dann muss ich nur noch damit fahren …

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Flickzeug

Ich stelle euch heute ungefragt mal mein Flickzeug für unterwegs vor.
Wegen der unterschiedlichen Räder und Transportmöglichkeiten habe ich zwei unterschiedliche Sets zusammengestellt.
Zum einen das große Besteck, dass ich bei mir habe, wenn ich genügend Platz in irgendwelchen Gepäcktaschen oder Messengerbags habe. Und dann die kleine Variante, die für die Trikottasche gemacht ist.

Basics
Immer dabei ist eine herkömmliche Luftpumpe, CO2-Luftpumpe, Flickzeug mit selbstklebenden Flicken, Reibe zum Aufrauen und einem Stück dicker Plastikfolie zum Verschliessen aufgerissener Mäntel, ein Ersatzschlauch, Adapter von Presta- auf Schrader-Ventil, Werkzeug zum Ausdrehen eines Ventils und ein Multitool.

Rennrad
Damit ist dann das Täschchen für die Rennradtour auch schon fast gefüllt. Es kommen nur noch etwas Geld, Ausweis und Fahrschein hinzu. Fertig.

Das kleine Besteck für die Rennradtour
Das kleine Besteck für die Rennradtour

Bis auf die herkömmliche Luftpumpe passt das alles in den silbernen Sack und der wiederum passt bestens in eine Trikottasche. Die Luftpumpe passt ebenso gut in eine Trikottasche.

Alle anderen Räder
Bei allen anderen Rädern schleppe ich etwas mehr mit, ganz einfach, weil ich da meist mehr Transportkapazitäten habe. Eine Tasche am Gepäckträger, ein Messengerbag, eine Satteltasche – meist ist etwas Voluminöses dabei, wo das Werkzeug gut unterzubringen ist.
Deshalb ist auch eine etwas größere Luftpumpe dabei.

Das große Besteck für Alltags- und Offroadtouren
Das große Besteck für Alltags- und Offroadtouren

Zudem ein Nippelspanner, ein 15-Ringschlüssel für die Muttern der Alfine11-Nabe an der Simpel Randonneuse, ein 10/11-Gabelschlüssel für die Befestigung des Riemenschutzes an der Randonneuse, Kabelbinder (vielleicht sollte ich davon auch einige in die Rennradtasche stecken, wenn ich da an Markus‘ Malheur bei London-Edinburgh-London denke!) und mehrere Reifenheber.

Mit den Dingen komme ich bisher ganz gut zurecht, wobei mir ganz böse Defekte unterwegs bislang glücklicherweise nicht passiert sind.

Die Multitools
Die beiden Multitools unterscheiden sich nur wenig voneinander. Diverse Inbusschlüssel, Schraubendreher, Griffschalen als Reifenheber und Nippelspanner haben beide. Die „kleine“ Variante hat ein Messer integriert, das „fehlt“ bei der „großen“ Variante. Diese hat wiederum einen Kettennieter (noch nie genutzt!) und einen Torxschlüssel dabei. Die Masse der beiden Varianten sind nahezu identisch, aber alleine wegen des Kettennieters kommt mir diese Variante groß vor.

Das "kleine" Multitool
Das „kleine“ Multitool

Das "große" Multitool
Das „große“ Multitool

Schläuche und Pumpen
Da es leider keinen Einer-für-alles-Schlauch gibt, muss ich eben auch für die unterschiedlichen Räder Schläuche mitnehmen. Ich habe hier mal die fotografiert, die ich dabei habe, wenn ich mit meinen Rädern oder mit denen meiner Frau unterwegs bin. Wenn die Kinderräder mit ins Spiel kommen, müssten da noch 18″-, 20″- und 24″-Schläuche dazugelegt werden …

Von links: 26" Fatbike - 26" Mountainbike - 28" Randonneuse - 28" Fixie/Rennrad
Von links: 26″ Fatbike – 26″ Mountainbike – 28″ Randonneuse – 28″ Fixie/Rennrad

Und ebenso habe ich auch Pumpen für verschiedene Einsatzzwecke.

oben zwei herkömmliche Luftpumpen, unten eine Gaskartusche und der dazugehörige Pumpkopf.
oben zwei herkömmliche Luftpumpen, unten eine Gaskartusche und der dazugehörige Pumpkopf.

Die Sachen haben sich mittlerweile alle bei mir bewährt, ich denke, dass ich damit noch einige Kilometer weit komme. :-)

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Pläne 2013

Ein paar Ideen habe ich noch für das Jahr 2013, was ich so auf dem Rad machen noch machen könnte.

Berlin-Hamburg

Nachdem gestern wieder Hamburg-Berlin stattgefunden hat, kam die Idee für Berlin-Hamburg wieder hoch.
Im letzten Jahr habe ich ja schon in meinem Bericht zu meinem privaten Hamburg-Berlin geschrieben:

Allein wegen der letzten 30 km werde ich Hamburg-Berlin wohl nicht mehr fahren, das ist einfach kein schöner Abschluß für solch eine ansonsten tolle Strecke.

Warum also nicht die ganze Sache umdrehen und von Berlin-Spandau nach Hamburg-Bergedorf fahren? Bis nach Bergedorf kommt man ja fast ohne städtischen Verkehr, das ist also ganz anders als die letzten Kilometer durch Spandau.
Jetzt brauche ich nur noch eine halbwegs angenehme Vorhersage für irgendein Wochenende im November und dann geht’s morgens um 6:28 Uhr mit dem Zug nach Berlin. In knapp 2 Stunden ist dann der Bahnhof in Spandau erreicht. Damit komme ich zwar viel später auf’s Rad als würde ich in Hamburg starten, aber dafür benötige ich morgens wenigstens keine Beleuchtung. ;-) Und ob ich abends jetzt um 18 oder um 21 Uhr ankomme, ist letztendlich dann ja auch egal.

Global Fatbike Day

Für die nächste Sache steht der Termin bereits fest. Am 07. Dezember 2013 ist der Global Fatbike Day. Von solchen Ideen lasse ich mich ja gerne mitreissen, also mache ich an dem Tag eine Tour mit dem Fatbike!
Die erste Idee war, endlich mal den Strand in Sankt Peter-Ording zu befahren. Mittlerweile habe ich diese Idee wieder verworfen. Warum? Ich will die Anreise mit der Bahn machen. Bis Sankt Peter-Ording kommt man zwar mit der Bahn, aber das bedeutet Umsteigen in Husum und insgesamt 3 Stunden Fahrzeit. Alternativ kann ich auch ab Husum mit dem Rad fahren, bleiben noch 2 Stunden Bahnzeit übrig. Eigentlich viel zu viel Zeit in der Bahn für einen Spätherbsttag mit nur wenig Tageslicht.
Deshalb kam mir heute die nächste Idee: Ostsee! In Travemünde-Strand ist man mit dem Zug schon in 80 Minuten – viel besser! Und zudem liegt einem der Strand dann gleich zu Füssen, das Fatbike ist also ganz schnell in seinem Revier. Bis Neustadt in Holstein sind es dann ca. 25 Kilometer, die man wohl nahezu komplett über den Strand fahren kann. Dort dann gemütlich in ein Café und gestärkt zurück nach Travemünde. Das sollte an solch einem Tag genügen (wer weiß, wie das Wetter wird …).
Ich hoffe, dass es klappt und dass ich von einigen Leuten mit und ohne Fatbikes begleitet werde. :-)

Rapha500

Und auch die wohl letzte große Sache des Jahres ist vom Termin her bereits klar: Rapha500! Wie in den vergangenen Jahren geht es um die Tage zwischen Weihnachten und Silvester, an denen man mindestens 500km Rad fahren ’soll‘.
2011 und 2012 habe ich da mitgemacht und es auch jeweils geschafft. Das wieder hinzubekommen, wäre doch sehr schön!
Mittlerweile ist auch klar, dass ich über Weihnachten wieder in Dänemark, an der Nordsee, sein werde. Bestimmt die Hälfte der 500km werde ich also auf dänischen Straßen einfahren können. Was freue ich mich!

Tja, es wird nicht langweilig werden in den kommenden Monaten! :-)

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400km Brevet – Die Durchführung

Geschafft. 400 Kilometer. Schleswig-Holstein. Dänemark. Ostwind.

Ich will dann mal so halbwegs chronologisch berichten, wie ich diese tolle, tolle Tour erlebt habe.
Den Zeitplan konnte ich ziemlich gut einhalten, sowie ich es in der Planung beschrieben hatte.
Dienstag früh um 0:00 Uhr am 01.10.2013 war also der Start. Aber halt, der vorangegangene Montag ist auch noch erwähnenswert. Eigentlich ging ich davon aus, dass ich am späten Nachmittag/frühen Abend noch einige Stunden ein Nickerchen machen würde. Pustekuchen, ein knappes Stündchen, mehr gestattete die Aufregung nicht …
Am Vormittag hatte ich noch die Familie zum Flughafen gebracht, für sie stand 5 Tage Mallorca auf dem Plan (die wohl auch ganz toll waren!). Am frühen Nachmittag dann noch eine kurze Testrunde um zu schauen, ob mit dem Rad alles ok ist. Es war alles perfekt, ich liebe das Rad, es passt mittlerweile nahezu perfekt zu mir!

veloheld.icon
Testfahrt mit dem veloheld.icon

Eine Stunde vor der Abfahrt habe ich mich dann umgezogen. Was hatte ich denn nun alles für die angesagten 4-15°C an? Von unten nach oben: Socken, Rennradschuhe, Neoprenüberschuhe, Knielinge, kurze Rennhose, Ärmlinge, dünnes Langarmshirt, Kurzarmtrikot, Windjacke, Reflexgurt, Buff, Cap.

Klamotten obenrum
Klamotten obenrum

In den Trikottaschen waren diese Dinge verstaut: Akkupack, 2 Kabel für GPS und Handy, Luftpumpe, Werkstatt-Sack mit Multitool, Ersatzschlauch, CO2-Kartusche, Flickzeug, Geld, EC-Karte, HVV-Fahrkarte, Haustürschlüssel, 2 Energie-„Bomben“ und eine Tüte mit Pumpernickel-Talern.

Socken und Trikot
Socken und Trikot mit Füllung

In der Tasche der Windjacke steckte das Handy. Am Rad waren 2 Trinkflaschen, gefüllt mit Pfefferminztee, 2 Rücklichter (eins als Backup), am Lenker zwei Scheinwerfer und das GPS, unterm Vorbau der Akku für die Scheinwerfer.
Das war’s an Ausrüstung. Das war nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Wobei ich glücklicherweise das Flick- und Werkzeug gar nicht brauchte. Ach, doch: Nach ca. 17km habe ich tatsächlich noch den Steuersatz etwas fester eingestellt. Fragt mich nicht, ob ich das bei der Testfahrt übersehen habe oder ob er sich tatsächlich auf der Kopfsteinpflasterstrecke kurz vorher gelockert hat?!

Vor den ungefähr sieben Stunden in der Dunkelheit hatte ich ja zugegebenermassen ein wenig Schiss. Den ein oder anderen Nightride habe ich schon gemacht, aber nie so lang …
Und ich wusste, dass ich durch einige ziemlich dunkle Ecken kommen würde. Nun, am Ende war’s doch nicht so wild, meine Scheinwerfer waren ziemlich gut, ich habe immer genügend gesehen. Leider nicht genug um die vermutlich schöne Gegend zwischen Itzehoe und dem Nord-Ostsee-Kanal bei Grünental wahrnehmen zu können. Aber zumindest die Streckenführung und den Straßenbelag habe ich von dort als bestens in Erinnerung!

Querung der Stör bei Itzehoe
Querung der Stör bei Itzehoe
Wacken. Ein paar Wochen vorher war's hier wohl lauter.
Wacken. Ein paar Wochen vorher war’s hier wohl lauter.

Nach 4,5 Stunden und knapp 110 Kilometern wurde mir dann etwas kalt (vor allem in den Niederungen, wo ab und an Nebel aufzog) und ich verzog mich für eine kurze Pause in ein „EC-Hotel“ – der schön gewärmte Vorraum einer Bank mit dem EC-Automaten in Tellingstedt. Diese werden auf längeren Brevets wohl auch gerne mal für kürzere Schlafpausen genutzt, daher der Spitzname. Keine 10 Minuten später war ich aber schon wieder unterwegs, die Wärme hat mich eingelullt – und einschlafen wollte ich dann nicht!

Im EC-Hotel
Im EC-Hotel

Kurz vor Friedrichstadt dann über die Eider, es war mittlerweile 5:30 Uhr und ganz langsam erahnte ich am Horizont die aufgehende Sonne, die ich so langsam ziemlich herbeisehnte. Licht und etwas Wärme brauchte ich endlich!

Querung der Eider bei Friedrichstadt
Querung der Eider bei Friedrichstadt

Eine Stunde später war ich in Husum und freute mich, dass das Tine-Café direkt am Hafen bereits geöffnet war. So kam ich zu zwei Croissants, einem großen Kaffee und einer guten halben Stunde Pause im Warmen.

Frühstück in Husum
Frühstück in Husum

 
In Husum, nach 6,5 Stunden und 150 km.
In Husum, nach 6,5 Stunden und 150 km

Weiter ging die Fahrt gen Norden, mittlerweile hatte auch endlich die Dämmerung eingesetzt. Was mit wohl gleich verwirrte, bzw. meinem Blick vom GPS ablenkte, so dass ich kurz hinterm Abweig nach Nordstrand nach Hattstedt abbog, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte. Nach 2 Kilometern bemerkte ich meinen Irrtum und drehte um.
Einige Kilometer ging es jetzt immer hinterm Nordseedeich entlang, was war das schön da!
Am Deich
Am Deich

Es wird hell über der Nordsee!
Es wird hell über der Nordsee!

Es gibt ja viele Leute, die da oben verzweifeln würden. Unendlich lange Strecken, immer vorbei an Äckern und Weiden. Ich finde es großartig! Und noch machte mir der vorherrschende Ostwind nicht wirklich etwas aus … Das sollte sich noch ändern.
Aber vorerst erfreute ich mich an der Sonne.
Schattenspielchen. Immer gerne genommen
Schattenspielchen. Immer gerne genommen

Da ist sie!
Da ist sie!

Nach knapp 10 Stunden und 214 Kilometern war ich an meinem Zwischenziel angelangt, der deutsch-dänischen Grenze. Ziemlich unspektakulär, aber ich war doch ein wenig enttäuscht, dort keinen Danebrog im Wind flattern zu sehen. :-(
Grenze
Grenze

Altona und Dänemark. Passt.
Altona und Dänemark. Passt.

Ich für dann noch einen kleinen Haken durch Dänemark und kam durch Højer, einem Städtchen, dass ein wenig stolz auf seine Pølser ist. Ist habe aber dort nichts gegessen, ich weiß auch nicht, warum. Ein Hot-Dog in Dänemark hätte doch schon drin sein dürfen. Naja, beim nächsten Mal dann!
Windmühle in Højer
Windmühle in Højer

An der etwas größeren Grenzstraße gab es dann auch wieder die bekannte skandinavische Beflaggung. Schön!
Hach, Skandinavien
Hach, Skandinavien

Jetzt ging es für mich hauptsächlich in süd-östlicher Richtung weiter und das bedeutete: ordentlich (Seiten-)Wind die Geschwindigkeit ging zurück, aber das lang natürlich nicht alleine am Wind, Müdigkeit und Erschöpfung trugen auch genug dazu bei.
Auf langen geraden Straßen
Endlos
Endlos

ging es weiter nach Leck, wo ich nach gut 12 Stunden und 250 Kilometern ein weitere Bäckerpause einlegte.
2. Frühstück in Leck
2. Frühstück in Leck

Mittlerweile etwas gezeichnet
Mittlerweile etwas gezeichnet

Da meine Vorräte in den Trikottaschen mittlerweile auch aufgebraucht waren, habe ich mich noch im Supermarkt mit Süßkram und Wasser versorgt.
Lange konnte und wollte ich aber nicht pausieren, auch weil ich noch erwartet wurde.
Mal wieder eine Windmühle
Mal wieder eine Windmühle

Idyllisch
Idyllisch

Jens hatte von meiner Tour erfahren und war gerade in der Gegend. So hatte er sich angeboten, mich ein Stück zu begleiten. Verabredet waren wir in Kropp, doch ich war zu langsam, dass er mir noch etwas weiter entgegen kam.
50 kurzweilige Kilometer waren wir dann gemeinsam unterwegs. Für Jens war es wohl etwas langweilig, was das Fahren anging. Normalerweise ist er etwas schneller unterwegs. Wer die Möglichkeit hat, mal mit ihm zu fahren – macht das! Er fährt wunderbar umsichtig und rücksichtsvoll. Für mich war es spannend zu sehen, wie viel gleichmässiger ich plötzlich fuhr. Wenn ich alleine bin, ist das alles viel unrhythmischer und nicht nur, weil ich dauernd für irgendwelche Photos anhalte.
Lustig übrigens, dass ist auch schon bei meiner letztjährigen Tour nach Berlin ähnliche Unterstützung erfahren habe – damals hatte hatte mich Georg begleitet.

Nett, wie die Jungs mich „alten Herren“ unterstützen. Danke nochmals!

Die Fähre Breiholz brachte uns dann über den Nord-Ostsee-Kanal, da konnte ich dann sogar noch ein Photo machen. :-)

Warten auf die Fähre
Warten auf die Fähre gemeinsam mit Jens

Lange dauert die Fahrt über den NOK ja nicht
Lange dauert die Fahrt über den NOK ja nicht

In Hohenwestedt drehte Jens dann ab und ich hatte mittlerweile 365 Kilometer geschafft. Nur noch 35 Kilometer bis zur magischen Grenze! Da es mittlerweile aber auch schon kurz nach 17:30 Uhr war, wurde mir bewusst, dass ich es so nicht mehr im Hellen auf dem Rad bis nach Hause schaffe. Das wäre noch rund 50 Kilometer geworden, bei meiner Geschwindigkeit mindestens 2 Stunden Fahrzeit. Da ich nicht mehr richtig Lust auf weitere Fahrerei im Dunkeln hatte, plante ich um und steuerte Bad Bramstedt an, wo ich in die AKN steigen konnte.
Die Schleswig-Holstein-Flagge. So ein schönes Land!
Die Schleswig-Holstein-Flagge. So ein schönes Land!

Hätte ich gewusst, wie wellig die paar Kilometer das Bad Bramstedt werden, hätte ich mich vielleicht doch noch für die Dunkelheit entschieden … Die 200 Höhenmeter waren zwar nicht unbezwingbar, aber flacher hätte mir auch gut in den Kram gepasst.

Abgeerntetes Feld in der Dämmerung
Abgeerntetes Feld in der Dämmerung

Bald geschafft. veloheld.icon
Bald geschafft. veloheld.icon

Egal, geschafft habe ich es, nach gut 19 Stunden stand ich in Bad Bramstedt am Bahnhof! Mein Garmin zeigte 400,8 Kilometer. YEAH!

Endstand
Endstand

16 Stunden reine Fahrzeit und dazu noch gute 3 Stunden für Pausen und Photostopps. Da ist noch Potential drin! Andererseits bin ich damit auch sehr gut in meinem selbstgesteckten Zeitrahmen geblieben. Ich hatte mir für 400 Kilometer 20 Stunden vorgenommen. Die Selbsteinschätzung hat gut gepasst! Und bezüglich der offiziellen Zeitlimits bei Brevets bin ich doch auch deutlich auf der sicheren Seite. Da hätte ich bis zu 27 Stunden für die 400 Kilometer benötigen können.

Es war eine nahezu perfekte Tour, was Planung, Wetter und Ablauf anging. Wirklich falsch habe ich nichts gemacht, meine Ausrüstung war passend. Ich war am Ende auch nicht „am Ende“, bin also mit meinen Kräften sinnvoll umgegangen. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass weitere lange Touren folgen werden. Mal schauen, wie ich darüber befinden werde, wenn ich mal stundenlang durch Regen gefahren sein werde …
Strom hatte ich genügend dabei, GPS und Handy waren immer betriebsbereit. Die beiden Frontscheinwerfer habe ich nie gemeinsam genutzt, einer alleine war immer mehr als ausreichend hell. Beide zusammen hätten vielleicht zuviel Strom verbraucht, so dass ich irgendwann nur noch mit der geringeren Leuchtkraft unterwegs gewesen wäre. Das wollte ich doch gerne vermeiden. Bei der nächsten Tour ist dann vielleicht ein zweiter Akku für die Scheinwerfer dabei, dann ist das auch kein Problem mehr.

Woran ich arbeiten „muss“?

Es wäre bestimmt sinnvoll, konstanter zu fahren. Eigentlich müsste ich so was mit dem Fixie fahren. (Nein, so verrückt bin ich dann doch noch nicht!) Ich lasse zu gerne einfach mal die Beine hängen, wenn’s rollt anstatt da einfach weiter Druck zu machen.
Und ich muss an Anstiegen besser werden. Eine lange Tour in hügeligem Gebiet würde mich ziemlich schnell viel näher an meine Grenze bringen, da bin ich mir sicher.

Jetzt habe ich aber erst mal meine Grenze wieder etwas weiter verschoben und ich weiß, dass ich damit in den nächsten Jahren gerne fortfahren möchte!

Hier noch die ganze Tour bei Strava:

Nur echt mit der Salzkante
Nur echt mit der Salzkante

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